Modell 7

 

Die Adler Modell 7 gehört zu den bedeutendsten frühen Schreibmaschinen deutscher Produktion und wurde um 1900 von den Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG eingeführt. Sie gilt als erste in Deutschland in größeren Stückzahlen gefertigte Schreibmaschine und markiert den Beginn einer eigenständigen deutschen Schreibmaschinenindustrie.

Die Konstruktion der Adler 7 geht auf die zuvor von den Adlerwerken gefertigte „Empire“-Maschine zurück, deren Technik überarbeitet und weiterentwickelt wurde. Mit der Umbenennung zur „Adler 7“ begann eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte, die sich bis in die 1930er Jahre fortsetzte. 

Technisch handelt es sich um eine Stoßstangenschreibmaschine, die sich deutlich von späteren Typenhebelkonstruktionen unterscheidet. Die Typen werden über ein lineares Gestänge geführt und schlagen von vorne auf das Papier auf. Dieses Prinzip ermöglicht eine für die Zeit außergewöhnlich gute Sicht auf das Geschriebene sowie eine sehr gleichmäßige Schrift und exakte Zeilenführung.

Die Tastatur besteht aus drei Reihen mit jeweils zehn Tasten. Durch eine doppelte Umschaltung konnten mit diesen 30 Tasten rund 90 verschiedene Zeichen erzeugt werden. Damit bot die Maschine bereits einen Funktionsumfang, der den Anforderungen moderner Büroarbeit jener Zeit entsprach. 

Über ihre lange Produktionszeit hinweg wurde die Adler 7 äußerlich nur wenig verändert, während im Inneren zahlreiche technische Anpassungen vorgenommen wurden. Dies führt dazu, dass Bauteile verschiedener Baujahre oft nicht ohne Weiteres austauschbar sind. 

Insgesamt steht die Adler Modell 7 exemplarisch für die frühe Phase der Schreibmaschinenentwicklung in Deutschland. Sie verbindet eigenständige technische Lösungen mit industrieller Serienfertigung und legte damit den Grundstein für den späteren Erfolg der Adlerwerke im Bereich der Büromaschinen.