Alpina

 

Die Firma Alpina war ein deutscher Hersteller von Schreibmaschinen, der vor allem in der Nachkriegszeit von den frühen 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre aktiv war. Das Unternehmen entstand im Umfeld der westdeutschen Feinmechanikindustrie und produzierte sogenannte Klein-Büroschreibmaschinen, also Maschinen zwischen tragbaren Reiseschreibmaschinen und vollwertigen Standardbüromaschinen.

Gegründet wurde die Produktion Anfang der 1950er-Jahre in Kaufbeuren (Bayern) durch den Unternehmer Dr. Otto Rudolf Bovensiepen. Die ersten Alpina-Schreibmaschinen kamen ab 1951 auf den Markt und zeichneten sich zunächst durch ein eher kantiges Gehäusedesign aus, bevor ab etwa 1952 die rundlichere, bekanntere Form eingeführt wurde. Insgesamt wurden in gut einem Jahrzehnt rund 100.000 Maschinen gefertigt, bevor die Produktion etwa Mitte der 1960er-Jahre eingestellt wurde.

Typisch für Alpina war die Positionierung zwischen den klassischen großen Büroschreibmaschinen und den kleinen Portables. Die Maschinen waren zwar transportabel, aber deutlich stabiler und schwerer als typische Reiseschreibmaschinen. Technisch basierten sie auf einer robusten Typenhebelmechanik mit Vorderanschlag und waren für den täglichen Bürogebrauch ausgelegt.

Charakteristisch ist außerdem das modulare Konzept: Je nach Modell gab es Varianten mit und ohne Tabulator, unterschiedliche Walzenbreiten sowie über die Jahre mehrere Designüberarbeitungen. Besonders bekannt sind die rundlichen Gehäuseformen der späten 1950er- und frühen 1960er-Jahre, die Alpina ein sehr typisches, fast „automobilähnliches“ Erscheinungsbild verliehen.

Insgesamt steht die Marke Alpina für eine relativ kurze, aber technisch interessante Phase der deutschen Schreibmaschinenindustrie. Die Geräte verbinden solide Nachkriegsmechanik mit einem eigenständigen Designansatz und gelten heute als typische Vertreter der sogenannten „Kleinbüromaschinen“ der Wirtschaftswunderzeit.