Modell 20

 

Die Erika 20 ist eine späte tragbare Schreibmaschine aus der DDR-Produktion und wurde Anfang der 1960er-Jahre gefertigt. Sie gehört zu den letzten mechanischen und hochwertigen Erika-Modellen, bevor sich Konstruktion und Fertigung im Zuge der Industrialisierung weiter veränderten.

Technisch stellt die Erika 20 eine Weiterentwicklung der früheren Modelle wie der Erika M dar und wird häufig auch als deren moderner Nachfolger eingeordnet. Sie verbindet die kompakte Bauweise einer Reiseschreibmaschine mit Eigenschaften, die bereits in Richtung Büroschreibmaschine gehen.

Charakteristisch ist ihre vergleichsweise massive Bauweise: Mit einem Gewicht von bis zu rund 12 kg zählt sie zu den schwereren portablen Maschinen und steht damit zwischen klassischer Reise- und Standardmaschine. Gleichzeitig bleibt sie transportabel und wurde weiterhin als Kofferschreibmaschine konzipiert. 

Die Ausstattung ist für eine Portable ungewöhnlich umfangreich. Dazu gehören unter anderem ein Tabulator, verschiedene Zeilenabstände, Sperrschrift, Anschlagsregler sowie Funktionen zur Anpassung des Wagenbremse.

Das Schreibgefühl wird häufig als sehr ruhig und kontrolliert beschrieben, ähnlich den gehobenen Erika-Modellen der Vorkriegszeit. Gleichzeitig zeigt die Maschine bereits die typische Formsprache und Konstruktion der 1960er-Jahre, mit funktionalem Design und stärker industrialisierter Fertigung.

Insgesamt nimmt die Erika 20 eine besondere Stellung innerhalb der Erika-Reihe ein: Sie verbindet die hochwertige Tradition der älteren Modelle mit moderneren Ansätzen der Nachkriegsproduktion und gilt heute als vergleichsweise seltenes und technisch interessantes Modell der späten mechanischen Schreibmaschinenära.

Häufiger zu findende, mechanisch und optisch aber identische Maschinen wurden von Brillant unter dem Namen Brillant Super gebaut und verkauft.