Torpedo

 

Die Torpedo-Werke AG blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die 1896 im Frankfurter Stadtteil Rödelheim begann. Gegründet von den Brüdern Peter und Heinrich Weil als „Peter Weil & Co“, startete das Unternehmen zunächst als reine Fahrradfabrik. Dank der hohen Qualität ihrer Räder wuchs die Firma schnell und wagte bereits 1906 den Sprung in ein neues Geschäftsfeld: die Herstellung von Schreibmaschinen. Unter dem Markennamen „Torpedo“ erlangten diese Maschinen schnell internationale Anerkennung. Besonders innovativ zeigten sich die Frankfurter im Jahr 1927, als sie mit der Torpedo Standard die erste deutsche Schreibmaschine mit der heute selbstverständlichen Segmentumschaltung auf den Markt brachten.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise führten 1931 dazu, dass der US-amerikanische Konzern Remington Rand die Aktienmehrheit übernahm. Dies sicherte zwar das Überleben des Standorts, band die Werke aber fortan eng an die Strategien eines Weltkonzerns. Nachdem die Produktionsstätten im Zweiten Weltkrieg fast vollständig durch Luftangriffe zerstört worden waren, gelang in der Nachkriegszeit ein beeindruckendes Comeback. Vor allem die Kleinschreibmaschine Torpedo 18 entwickelte sich zu einem Verkaufsschlager der Wirtschaftswunderjahre und wurde zum Inbegriff für solide deutsche Feinmechanik.

Das Ende der Torpedo-Werke wurde schließlich durch den massiven Strukturwandel der 1950er und 60er Jahre eingeläutet. Während der Fahrradbau aufgrund der beginnenden Massenmotorisierung bereits 1956 eingestellt wurde, geriet auch das Geschäft mit mechanischen Büromaschinen zunehmend unter Druck. Die Konkurrenz durch preiswertere Importe und die heraufziehende Elektronik machten den Betrieb in der alten Form unrentabel. 1967 stellte das Werk in Frankfurt-Rödelheim endgültig die Produktion ein.

Ein weit verbreiteter Irrtum betrifft übrigens die berühmte Torpedo-Freilaufnabe: Obwohl sie den gleichen Namen trägt, stammt diese bahnbrechende Erfindung nicht aus Frankfurt, sondern von Fichtel & Sachs aus Schweinfurt. Die Torpedo-Werke waren lediglich ein prominenter Abnehmer, der diese Naben in seine Fahrräder einbaute.

Soll ich dir zu einem der speziellen Schreibmaschinen-Modelle oder zur Fahrrad-Ära der Werke noch mehr Details heraussuchen?