Superba
Die Mercedes „Prima“ und „Superba“ gehören zu den bekanntesten tragbaren Schreibmaschinen der Mercedes Büromaschinen-Werke AG aus Zella-Mehlis und stammen aus der klassischen Kleinschreibmaschinen-Ära der 1930er-Jahre. Sie zeigen sehr gut die Entwicklung der Firma weg von großen Standardmaschinen hin zu kompakten Portables für den privaten und kleineren Bürogebrauch.
Die Mercedes Prima war eine der frühen hochwertigen Kleinschreibmaschinen der Firma. Sie wurde etwa ab den späten 1930er-Jahren gebaut und zeichnet sich durch eine robuste, aber bereits kompaktere Bauweise aus. Technisch arbeitet sie mit einer klassischen Typenhebelmechanik und Vorderanschlag, ist jedoch im Aufbau noch stark von den größeren Büro-Standardmaschinen beeinflusst. Auffällig ist die hochwertige Ausführung mit schwarzem Lack und goldener Beschriftung, die den Anspruch der Marke Mercedes als Qualitätshersteller unterstreichen sollte. Typisch für diese Zeit ist außerdem, dass einzelne Komfortfunktionen noch fehlen oder vereinfacht umgesetzt sind, etwa bei der Farbbandsteuerung oder der Tastaturbelegung.
Die Mercedes Superba entstand ab etwa 1936 und gilt als weiterentwickelte portable Kleinschreibmaschine der gleichen Generation. Sie besitzt ein geschlossenes Gehäuse, das die Mechanik vor Staub schützt und gleichzeitig für eine kompakte, transportable Bauform sorgt. Das Gehäuse kann mit wenigen Handgriffen abgenommen werden, was Wartung und Zugriff auf die Mechanik erleichtert. Technisch handelt es sich ebenfalls um eine Typenhebelmaschine mit Vorderaufschlag und einfacher Umschaltung sowie einer vierreihigen Tastatur mit 42 Tasten.
Beide Modelle stehen für die Phase, in der Mercedes versuchte, hochwertige, aber auch alltagstaugliche Reiseschreibmaschinen auf den Markt zu bringen. Während die Prima eher den klassischen, eleganten Charakter der späten 1930er-Jahre zeigt, wirkt die Superba funktionaler und stärker auf Schutz, Transportfähigkeit und praktische Nutzung ausgelegt. Gemeinsam spiegeln sie den Übergang von großen Büro-Schreibmaschinen hin zu mobilen Geräten wider, die zunehmend auch für private Nutzer interessant wurden.