Electra 1, 2 & 3
Die Mercedes Elektra ist eine elektrische Schreibmaschine der Mercedes Büromaschinen-Werke AG aus Zella-Mehlis (Thüringen) und zählt zu den wichtigsten frühen Entwicklungen der elektrischen Büromaschinen in Deutschland. Sie wurde ab 1921 entwickelt und gilt als eine der ersten serienmäßig eingesetzten elektrisch betriebenen Typenhebel-Schreibmaschinen.
Technisch basiert die Elektra weiterhin auf dem klassischen Prinzip der Mercedes-Standardmaschinen mit Typenhebeln und Vorderanschlag, wurde jedoch um einen Elektromotor ergänzt, der den Tastenanschlag und teilweise auch den Wagenvorschub unterstützt. Dadurch wurde das Schreiben deutlich leichter und gleichmäßiger, da die Kraft des Anschlags nicht mehr vollständig vom Benutzer kommen musste.
Der Motor sitzt seitlich am Gehäuse und treibt eine Welle an, die beim Tastendruck die Mechanik auslöst. So entsteht ein gleichmäßiger Anschlag der Typenhebel auf die Walze, unabhängig von der individuellen Schreibkraft. Dieses Prinzip machte die Maschine besonders interessant für den Büroeinsatz, da längeres Schreiben deutlich ermüdungsärmer wurde.
Spätere Ausführungen der Elektra wurden weiterentwickelt und teilweise um zusätzliche elektrische Funktionen ergänzt, etwa für den Wagenrücklauf oder komfortablere Bedienabläufe. Damit gehört die Serie zu den frühen Schritten in Richtung vollständig elektrischer Schreibsysteme.
Auch organisatorisch ist die Elektra bedeutend, da sie den Übergang der Mercedes-Werke von rein mechanischer Feinmechanik hin zu elektromechanischen Bürogeräten einleitete. Aus dieser Entwicklung gingen später auch komplexe Buchungs- und Rechenmaschinen hervor, die die gleiche Grundtechnik weiter nutzten.
Insgesamt steht die Mercedes Elektra für den Beginn der elektrischen Schreibmaschine in Deutschland: eine technisch konservativ aufgebaute, aber entscheidend weiterentwickelte Maschine, die den Schreibkomfort deutlich erhöhte und den Weg für spätere elektrische Bürosysteme ebnete.