Mercedes
Die Mercedes Büromaschinen-Werke AG aus Zella-Mehlis (Thüringen) war ein bedeutender deutscher Hersteller von Schreib- und Rechenmaschinen im 20. Jahrhundert und hatte mit der späteren Automobilmarke Mercedes-Benz keinerlei technische Verbindung – der Name wurde bewusst als Qualitätsmarke gewählt.
Gegründet wurde das Unternehmen 1906 in Berlin von Gustav Mez, bevor es bereits 1908 nach Zella-Mehlis verlegt wurde. Dort entwickelte sich das Werk zu einem wichtigen Zentrum der deutschen Feinmechanik und Bürogerätetechnik. Die Region bot durch ihre industrielle Tradition qualifizierte Arbeitskräfte, was die Produktion hochwertiger mechanischer Geräte ermöglichte.
In den folgenden Jahrzehnten produzierte Mercedes eine große Bandbreite an Schreibmaschinen, Rechenmaschinen und später auch elektromechanischen Bürogeräten. Besonders bekannt wurde das Unternehmen durch seine frühen elektrischen Schreibmaschinen: Die „Mercedes Elektra“ von Anfang der 1920er-Jahre gilt als eine der ersten erfolgreichen deutschen elektrischen Schreibmaschinen und markiert einen wichtigen technologischen Schritt in der Bürogeschichte.
Neben klassischen Schreibmaschinen entwickelte die Firma auch komplexe Buchungs- und Rechenmaschinen, die im kaufmännischen Bereich eingesetzt wurden. Diese Geräte kombinierten Schreib- und Rechenfunktionen und waren damit frühe Vorläufer späterer Bürocomputer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb in der DDR weitergeführt und später in das Kombinat Robotron integriert. In dieser Phase wandelte sich der Standort zunehmend von mechanischer Feinmechanik hin zur Elektronik- und Computerproduktion.
Insgesamt steht Mercedes aus Zella-Mehlis für die klassische deutsche Bürogeräteindustrie, die von hochwertiger Mechanik über frühe Elektrotechnik bis hin zur Datenverarbeitung reicht und damit einen wichtigen Teil der Entwicklungsgeschichte moderner Büro- und Rechentechnik bildet.