Favorit 1 & 2
Die Adler Favorit ist eine mittelgroße Schreibmaschine der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG, die ab 1935 als Nachfolgemodell der Klein Adler 2 eingeführt wurde. Sie markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt innerhalb der Adler-Stoßstangenmaschinen und verbindet erstmals klassische Bauweise mit moderneren Konstruktionsansätzen.
Technisch basiert die Favorit weiterhin auf dem für Adler typischen Stoßstangenprinzip, bei dem die Typen horizontal nach vorne gegen das Papier geführt werden. Gleichzeitig zeigt die Konstruktion bereits Einflüsse moderner Schwinghebelmaschinen, etwa in einem weicheren Anschlag, geringerer Geräuschentwicklung und insgesamt leichterer Bedienbarkeit.
Die Adler Favorit 1 war als vergleichsweise einfach ausgestattete, mittelgroße Maschine konzipiert. Sie verfügte über eine vierreihige Tastatur mit 42 Tasten und einfacher Umschaltung für insgesamt 84 Zeichen. Typisch für diese frühe Ausführung sind ein einfarbiges Farbband, das Fehlen einer Papierstütze sowie konstruktive Vereinfachungen, die sie sowohl für den Bürogebrauch als auch als transportable Maschine geeignet machten.
Mit der ab 1938 eingeführten Adler Favorit 2 wurde das Modell gezielt weiterentwickelt. Äußerlich blieb sie der Favorit 1 sehr ähnlich, erhielt jedoch mehrere technische Verbesserungen. Dazu zählen unter anderem ein Papierlöser, eine dreistufige Zeilenschaltung sowie ein verbesserter Wagenlauf. Diese Änderungen erhöhten Bedienkomfort und Schreibqualität deutlich.
Die Favorit-Reihe wurde bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs produziert, wobei die Favorit 2 teils auch unter anderen Bezeichnungen – etwa „Adler 39“ – exportiert wurde. Nach dem Krieg lebte die Konstruktion in überarbeiteten Modellen weiter und bildete eine Grundlage für spätere Adler-Schreibmaschinen.
Insgesamt stehen die Adler Favorit 1 und 2 für den Übergang von frühen, noch stark eigenständigen Stoßstangenkonstruktionen hin zu moderneren, benutzerfreundlicheren Schreibmaschinen. Sie verbinden kompakte Bauweise mit verbesserter Schreibmechanik und gehören zu den wichtigsten mittleren Adler-Modellen der Vorkriegszeit.