Privat 1-5

 

Die Orga Privat ist eine der wichtigsten frühen Schreibmaschinen der deutschen Firma Orga, die ihren Ursprung bei den Bing-Werken in Nürnberg hatte. Entwickelt wurde sie ab 1923 von Ludwig Reischl und gilt als eine der ersten wirklich erfolgreichen „Volksschreibmaschinen“, also einer bezahlbaren Standardmaschine für den privaten Gebrauch.

Technisch war die Orga Privat eine klassische Typenhebelschreibmaschine mit Vorderanschlag und vierreihiger Tastatur. Besonders bemerkenswert war ihre Konstruktion: Sie gehörte zu den ersten Maschinen mit einem selbsttragenden Blechgehäuse, was aus der Erfahrung der Bing-Spielzeugfertigung hervorging. Dadurch konnte sie vergleichsweise günstig produziert werden, blieb aber trotzdem stabil und voll bürotauglich.

Die Maschine bot für ihre Zeit bereits eine sehr komplette Ausstattung, darunter Wagenfreilauf, Rücktaste, Randsteller, Umschaltsperre und Farbbandumschaltung. Damit war sie trotz ihrer günstigen Positionierung technisch erstaunlich gut ausgestattet und konnte sich schnell als Standard für Privatanwender und kleinere Büros etablieren.

Die Orga Privat wurde über viele Jahre hinweg weiterentwickelt und blieb – in verschiedenen Modellstufen – bis in die Nachkriegszeit hinein in Produktion. Insgesamt gilt sie als eines der erfolgreichsten deutschen Schreibmaschinenkonzepte zwischen den 1920er- und 1950er-Jahren.