Brosette

 

Die Brosette ist eine kompakte Ultraportable-Schreibmaschine der 1950er-Jahre, die vom deutschen Unternehmen Metallwerk Max Brose & Co. in Coburg entwickelt wurde. Brose war eigentlich ein Zulieferer der Automobilindustrie und ist bis heute vor allem als Hersteller von Fahrzeugkomponenten bekannt. Die Schreibmaschinenproduktion war daher nur ein kurzer, fast experimenteller Seitenzweig des Unternehmens.

Entstanden ist die Brosette ab 1953, als die Firma nach dem Zweiten Weltkrieg nach neuen Produkten suchte. Die Maschine wurde erstmals auf der Hannover Messe 1953 vorgestellt und blieb bis etwa 1959 in Produktion. Insgesamt war die Fertigung nur kurzlebig, was die Brosette heute zu einer eher seltenen, aber sehr interessanten Maschine macht.

Technisch handelt es sich um eine sehr flache, leichte Reiseschreibmaschine, die klar auf Mobilität ausgelegt ist. Sie besitzt eine klassische Typenhebelmechanik, jedoch in stark vereinfachter und kompakter Bauweise. Typisch ist der Fokus auf Gewichtseinsparung und einfache Konstruktion – je nach Variante wurde sogar bewusst auf Komfortfunktionen wie einen Tabulator, Farbwahlhebel und sogar der Glocke verzichtet.

Die Brosette wurde in mehreren Varianten angeboten, darunter einfachere und besser ausgestattete Ausführungen. Damit versuchte man, verschiedene Preis- und Nutzergruppen zu bedienen. Trotz dieser Unterschiede blieb das Grundprinzip immer gleich: eine möglichst kleine, transportable Schreibmaschine für den Alltag.

Insgesamt steht die Brosette für einen kurzen, aber spannenden Moment der deutschen Schreibmaschinenindustrie, in dem auch ungewöhnliche Hersteller versuchten, im wachsenden Markt der portablen Schreibmaschinen Fuß zu fassen. Heute gilt sie als seltenes Sammlerstück und als Beispiel für den Trend zu immer kleineren und leichteren Schreibmaschinen der 1950er-Jahre.