Modell 2
Die Urania Modell 2 entstand in den 1910er-Jahren und stellt einen frühen Entwicklungsschritt innerhalb der Urania-Schreibmaschinen der Clemens Müller AG in Dresden dar. Sie basiert mechanisch auf der ersten Urania Schreibmaschine, der Urania Modell 1, und gehört damit noch zur Generation der klassischen Standardmaschinen, da kleinere portable Schreibmaschinen zu dieser Zeit noch kaum verbreitet waren.
Ausgestattet ist die Modell 2 bereits mit für ihre Zeit bemerkenswert vielen Funktionen, darunter einem Farbwahlhebel sowie einem frühen Tabulatorsystem. Die Mechanik befindet sich jedoch noch in einer Entwicklungsphase, wodurch viele Funktionen im Vergleich zu späteren Maschinen etwas umständlich gelöst sind und in den nachfolgenden Modellen weiter überarbeitet wurden.
Ein interessantes konstruktives Detail ist die Möglichkeit, Wagen und Walze mit relativ geringem Aufwand zu demontieren – ein Konzept, das in dieser Form nur bei frühen Urania-Modellen zu finden ist. Trotz dieser teils noch unausgereiften Technik lässt sich mit der Urania Modell 2 für ihre Zeit bereits gut und zuverlässig schreiben.
Auch gestalterisch ist die Maschine typisch für die frühen 1910er-Jahre: Sie wirkt noch stark von der klassischen, ornamentalen Formensprache geprägt und spiegelt den Übergang von den frühen experimentellen Schreibmaschinen hin zu ausgereifteren Bürogeräten wider.